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CBD-Supermarkt
Grundlagen 2 Min. Lesezeit Aktualisiert 2026-06-14

Nutzhanf (Industriehanf)

Kurzdefinition

Nutzhanf ist Hanf aus zugelassenen Sorten des EU-Sortenkatalogs mit einem THC-Gehalt von höchstens 0,3 Prozent, der legal für Fasern, Samen, Öl und CBD-Rohstoffe angebaut wird.

Was ist Nutzhanf?

Nutzhanf (auch Industriehanf) ist Hanf aus zugelassenen Sorten des EU-Sortenkatalogs mit einem THC-Gehalt von höchstens 0,3 Prozent, der legal für Fasern, Samen, Öl und CBD-Rohstoffe angebaut wird. Botanisch handelt es sich um dieselbe Art wie bei wirkstoffreichem Cannabis, nämlich Cannabis sativa L.; der Unterschied liegt im niedrigen THC-Gehalt und in der zugelassenen Sorte (siehe Hanf vs. Cannabis).

Rechtlicher Rahmen

Maßgeblich ist auf EU-Ebene die Verordnung (EU) 2021/2115. Sie bezieht Flächen mit Hanfsorten, deren THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt, in die Definition der „förderfähigen Hektarfläche" der Gemeinsamen Agrarpolitik ein. Nur Sorten aus dem EU-Sortenkatalog sind damit für den legalen Anbau und für Direktzahlungen relevant. Der THC-Grenzwert dient als zentrales Abgrenzungskriterium zwischen Nutzhanf und betäubungsmittelrechtlich erfasstem Cannabis.

Anbau und Meldepflicht in Deutschland

In Deutschland ist der Anbau von Nutzhanf an Auflagen gebunden. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt das Verfahren: Landwirte müssen eine Anbauanzeige einreichen und zusätzlich eine Blühmeldung abgeben. Die BLE führt zudem THC-Kontrollen beim Hanfanbau durch und veröffentlicht jährlich eine Liste der für Direktzahlungen in Betracht kommenden Hanfsorten. Weitere Regelungen ergeben sich aus dem Konsumcannabisgesetz (KCanG). Praktische Details zum Anbau behandelt der Eintrag Hanfanbau.

Verwendung

Nutzhanf ist eine vielseitige Rohstoffpflanze:

  • Fasern aus dem Stängel für Textilien, Dämmstoffe und Verbundwerkstoffe,
  • Hanfsamen als eiweiß- und fettsäurereiches Lebensmittel,
  • Hanfsamenöl als Speise- und Kosmetiköl,
  • Blüten und Blätter als Ausgangsmaterial für CBD-Extrakte.

Abgrenzung zu Cannabis

Während wirkstoffreiches Cannabis auf hohe THC-Gehalte gezüchtet wird, ist Nutzhanf gezielt THC-arm. Produkte aus Nutzhanf, etwa CBD-Öl, sind keine Arzneimittel; eine abschließende wissenschaftliche Bewertung gesundheitlicher Wirkungen steht aus. Für die Verkehrsfähigkeit einzelner Erzeugnisse gelten zusätzliche lebensmittel- und arzneimittelrechtliche Vorgaben.

Quellen & Belege

  • EUR-Lex – Verordnung (EU) 2021/2115: Strategieplanverordnung der GAP — Erwägungsgrund 18: Hanfsorten mit THC-Gehalt unter 0,3 Prozent gelten als förderfähige Hektarfläche.
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE): Anbau von Nutzhanf — Anbauanzeige, Blühmeldung, THC-Kontrollen und jährliche Sortenliste aus dem EU-Sortenkatalog.
  • European Union Drugs Agency (EUDA/EMCDDA): Cannabis drug profile — Nutzung von Cannabis als Faser- und Drogenpflanze, Verteilung des THC in der Pflanze.

Häufige Fragen

Was ist Nutzhanf?

Nutzhanf ist Hanf aus im EU-Sortenkatalog gelisteten Sorten mit höchstens 0,3 Prozent THC, der für Fasern, Samen, Öl und CBD-Rohstoffe angebaut wird.

Welcher THC-Grenzwert gilt für Nutzhanf?

Für die Förderfähigkeit im Rahmen der EU-Agrarpolitik gilt seit der Verordnung (EU) 2021/2115 ein THC-Höchstwert von 0,3 Prozent.

Ist der Anbau von Nutzhanf in Deutschland meldepflichtig?

Ja. Landwirte müssen den Anbau bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anzeigen und eine Blühmeldung abgeben.

Wofür wird Nutzhanf verwendet?

Je nach Sorte für Textil- und Dämmfasern, Hanfsamen und Speiseöl sowie als Rohstoff für CBD-haltige Extrakte.

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