Hanf vs. Cannabis
Kurzdefinition
Hanf und Cannabis bezeichnen dieselbe Pflanzenart (Cannabis sativa); der Unterschied liegt rechtlich allein im THC-Gehalt – Nutzhanf bleibt unter dem gesetzlichen Grenzwert, während Cannabis als Rauschmittel deutlich höhere THC-Werte aufweist.
Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Cannabis?
Hanf und Cannabis bezeichnen botanisch dieselbe Pflanzenart, nämlich Cannabispflanze (Cannabis sativa L.). Es gibt also keine zwei verschiedenen Arten – der Unterschied ist kein botanischer, sondern ein rechtlicher und nutzungsbezogener. Maßgeblich ist der Gehalt des berauschenden Cannabinoids THC (Tetrahydrocannabinol).
Als „Hanf“ oder „Nutzhanf“ wird Cannabis bezeichnet, das aus zertifizierten Sorten stammt und einen THC-Gehalt unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts aufweist. Als „Cannabis“ im umgangssprachlichen Sinne (auch „Marihuana“) werden hingegen THC-reiche Pflanzen verstanden, die wegen ihrer psychoaktiven Wirkung angebaut werden.
Gemeinsamer Ursprung
Beide Begriffe entstammen derselben Gattung. Über Jahrhunderte wurde Hanf als Nutzpflanze für Fasern, Samen und Öl kultiviert. Erst die Züchtung auf hohe THC-Werte einerseits und auf Fasergewinnung oder hohen CBD-Gehalt andererseits führte zur heutigen begrifflichen Trennung.
Die Unterscheidung ist daher vor allem eine Frage von:
- Sortenzüchtung (Faserhanf, CBD-reiche Sorten, THC-reiche Sorten)
- THC-Gehalt als rechtliche Trennlinie (siehe THC-Grenzwert)
- Verwendungszweck (industriell, medizinisch, als Rauschmittel)
Hanf und Cannabis im Vergleich
| Merkmal | Nutzhanf | Cannabis (Rauschmittel) |
|---|---|---|
| Botanische Art | Cannabis sativa | Cannabis sativa |
| THC-Gehalt | unter gesetzlichem Grenzwert | deutlich erhöht |
| CBD-Gehalt | oft hoch | variabel |
| Psychoaktive Wirkung | praktisch keine | ja |
| Typische Nutzung | Fasern, Samen, Öl, CBD-Produkte | medizinisch oder als Rauschmittel |
| Rechtlicher Status | als zertifizierte Sorte verkehrsfähig | streng reguliert |
Bedeutung für CBD-Produkte
Für die Herstellung von CBD-Produkten wird ausschließlich zertifizierter Nutzhanf verwendet. Diese Sorten sind gezielt auf einen hohen CBD-Gehalt und einen niedrigen THC-Anteil gezüchtet. So lassen sich Extrakte gewinnen, die reich an Cannabidiol sind, ohne den gesetzlichen THC-Grenzwert zu überschreiten.
Wichtig ist: Der bloße Begriff sagt nichts über die konkrete Zusammensetzung aus. Erst eine Laboranalyse belegt, ob ein Produkt aus zulässigem Nutzhanf stammt und den gesetzlichen Vorgaben entspricht. CBD-Produkte sind keine Arzneimittel; gesundheitsbezogene Aussagen sind wissenschaftlich nicht abschließend belegt.
Quellen & Belege
- European Union Drugs Agency (EUDA/EMCDDA): Cannabis drug profile — Beschreibung von Cannabis sativa, Botanik der männlichen/weiblichen Pflanze sowie THC und CBD; belegt, dass Hanf und Cannabis dieselbe Art sind.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu den gesundheitlichen Risiken von hanfhaltigen Lebensmitteln und Futtermitteln — Behördliche Einordnung von Nutzhanf, THC und CBD samt THC-Grenzwerten.
- World Health Organization (WHO): Q&A: WHO Expert Committee on Drug Dependence review of cannabis (2018) — Internationale wissenschaftliche Bewertung von Cannabis und reinem CBD.
Häufige Fragen
Sind Hanf und Cannabis dieselbe Pflanze?
Ja, botanisch handelt es sich um dieselbe Art Cannabis sativa. Die Begriffe trennen lediglich Verwendungszweck und THC-Gehalt.
Worin liegt der Hauptunterschied?
Im THC-Gehalt: Nutzhanf liegt unter dem gesetzlichen Grenzwert, klassisches Cannabis enthält deutlich mehr THC.
Ist Hanf legal?
Zertifizierter Nutzhanf aus zugelassenen EU-Sorten ist innerhalb der gesetzlichen THC-Grenze grundsätzlich legal anbaubar und verkehrsfähig.
Enthält Hanf CBD?
Ja, Nutzhanf kann beachtliche Mengen CBD enthalten und ist die übliche Rohstoffquelle für CBD-Produkte.