Phytocannabinoid
Kurzdefinition
Ein Phytocannabinoid ist ein pflanzlich gebildetes Cannabinoid, das natürlicherweise in der Cannabispflanze vorkommt; zu den bekanntesten zählen CBD und THC.
Was ist ein Phytocannabinoid?
Ein Phytocannabinoid ist ein pflanzlich gebildetes Cannabinoid, das natürlicherweise in der Cannabispflanze vorkommt. Die Vorsilbe „Phyto-“ (griechisch für „Pflanze“) grenzt diese Stoffe von den körpereigenen Endocannabinoiden und von synthetisch hergestellten Cannabinoiden ab. Zu den bekanntesten Phytocannabinoiden zählen CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol).
Bislang sind über hundert verschiedene Phytocannabinoide identifiziert worden. Sie sind ein wesentlicher Grund für das pharmakologische und industrielle Interesse an der Hanfpflanze.
Entstehung in der Pflanze
Phytocannabinoide werden überwiegend in den Trichomen produziert – winzigen, harzigen Drüsenhaaren auf den Oberflächen vor allem der weiblichen Blüten. Dort liegen sie zunächst in saurer, inaktiver Vorstufe vor (z. B. CBDA, THCA). Erst durch Hitzeeinwirkung werden sie in ihre aktiven Formen überführt (siehe Decarboxylierung).
Ausgangspunkt der Biosynthese ist meist die Vorstufe CBGA, aus der sich über enzymatische Schritte die verschiedenen Cannabinoidsäuren bilden. Aus diesem Grund wird CBG (Cannabigerol) auch als „Mutter-Cannabinoid“ bezeichnet.
Bekannte Phytocannabinoide
| Phytocannabinoid | Kürzel | Psychoaktiv |
|---|---|---|
| Cannabidiol | CBD | nein |
| Tetrahydrocannabinol | THC | ja |
| Cannabigerol | CBG | nein |
| Cannabinol | CBN | gering |
Abgrenzung zu anderen Cannabinoiden
Der Begriff Phytocannabinoid bezieht sich ausschließlich auf den pflanzlichen Ursprung. Demgegenüber stehen:
- Endocannabinoide, die der Körper selbst herstellt (etwa Anandamid),
- synthetische Cannabinoide aus dem Labor.
Alle drei Gruppen können mit dem Endocannabinoid-System interagieren, unterscheiden sich aber in Herkunft, Struktur und Bindungsverhalten.
Bedeutung für Produkte
Vollspektrum- und Breitspektrum-Extrakte enthalten ein breites Profil an Phytocannabinoiden, das im Zusammenspiel den sogenannten Entourage-Effekt auslösen kann. Isolate hingegen bestehen nur aus einem einzigen, hochreinen Phytocannabinoid. CBD-Produkte sind keine Arzneimittel; gesundheitliche Wirkungen gelten wissenschaftlich als nicht abschließend belegt.
Quellen & Belege
- PMC / Molecules: Biosynthesis of Phytocannabinoids and Structural Insights: A Review (PMC10051821) — Überblick über Struktur, Vielfalt und Biosynthese pflanzlicher Cannabinoide, inkl. CBGA als Vorstufe.
- PMC / Frontiers in Plant Science: Cannabis sativa: glandular trichome development and cannabinoid biosynthesis (PMC10485653) — Bildung der Phytocannabinoide in den Trichomen der weiblichen Blüten.
- World Health Organization (WHO): Q&A: WHO Expert Committee on Drug Dependence review of cannabis (2018) — Wissenschaftliche Bewertung von CBD und THC.
Häufige Fragen
Was ist ein Phytocannabinoid?
Ein Phytocannabinoid ist ein von Pflanzen gebildetes Cannabinoid, vor allem aus der Cannabispflanze.
Was ist der Unterschied zu Endocannabinoiden?
Phytocannabinoide stammen aus Pflanzen, Endocannabinoide werden vom Körper selbst produziert.
Welche Phytocannabinoide sind am bekanntesten?
Am bekanntesten sind CBD und THC, daneben CBG, CBN und CBC.
Wo entstehen Phytocannabinoide in der Pflanze?
Sie werden überwiegend in den Trichomen der weiblichen Blüten gebildet.