CBG (Cannabigerol)
Kurzdefinition
Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid der Hanfpflanze, das als chemische Vorstufe vieler anderer Cannabinoide gilt und deshalb oft als „Mutter-Cannabinoid” bezeichnet wird.
Was ist CBG (Cannabigerol)?
Cannabigerol, kurz CBG, ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid der Hanfpflanze (Cannabis sativa), das als chemische Vorstufe zahlreicher anderer Cannabinoide gilt und deshalb häufig als „Mutter-Cannabinoid” bezeichnet wird. Wie das verwandte Cannabidiol (CBD) ruft CBG keinen Rausch hervor.
Chemisch handelt es sich bei CBG um ein Phytocannabinoid. Es entsteht in der Pflanze aus seiner Säureform, der CBGA (Cannabigerolsäure), durch Decarboxylierung.
Das „Mutter-Cannabinoid”
Die Besonderheit von CBG liegt in seiner Rolle im Biosynthese-Weg der Pflanze. Die Säurevorstufe CBGA ist der Ausgangsstoff, aus dem über spezifische Enzyme die Säureformen weiterer Cannabinoide gebildet werden:
Weil ein Großteil des CBGA im Verlauf des Wachstums in diese anderen Verbindungen umgewandelt wird, bleibt in den meisten reifen Hanfpflanzen nur ein geringer CBG-Anteil zurück.
Vorkommen und Gewinnung
CBG findet sich typischerweise in niedrigen Konzentrationen, oft unter einem Prozent. Um höhere Gehalte zu erzielen, werden teils spezielle, CBG-reiche Hanfsorten gezüchtet oder Pflanzen früher geerntet, bevor das CBGA vollständig umgewandelt ist. Diese vergleichsweise aufwendige Gewinnung ist ein Grund, warum CBG-Produkte oft kostspieliger sind als reine CBD-Produkte.
Eigenschaften und Forschungsstand
CBG interagiert wie andere Cannabinoide mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System. Die wissenschaftliche Forschung zu Cannabigerol steht jedoch noch am Anfang, und es liegen bislang keine abschließenden Belege für eine gesundheitsbezogene Wirkung beim Menschen vor. Für CBG-haltige Produkte dürfen daher keine Heilversprechen gemacht werden; sie gelten nicht als Arzneimittel.
Bedeutung für Produkte
In Vollspektrum- und Breitspektrum-Erzeugnissen ist CBG als einer von vielen Begleitstoffen enthalten und trägt zum Gesamtprofil des Pflanzenextrakts bei. Daneben werden auch gezielt CBG-betonte Öle angeboten. Seriöse Anbieter weisen den CBG-Gehalt über eine Laboranalyse (COA) aus.
Quellen & Belege
- PubChem (NIH): Cannabigerol – Compound Summary (CID 5315659) — Chemische und strukturelle Datenbankinformationen zu CBG.
- NCBI/PMC (Fachzeitschrift Molecules): Cannabigerol (CBG): A Comprehensive Review of Its Molecular Mechanisms and Therapeutic Potential — Peer-reviewter Übersichtsartikel zu pharmakologischen Mechanismen und Rezeptor-Interaktionen von CBG.
- NCBI/PMC (Fachzeitschrift Molecules): The Anticancer Activity of Cannabinol (CBN) and Cannabigerol (CBG) on Acute Myeloid Leukemia Cells — Experimentelle Studie zu zellulären Effekten von CBG (und CBN).
CBG-Produkte finden
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Häufige Fragen
Ist CBG psychoaktiv?
Nein. Cannabigerol gilt nach derzeitigem Kenntnisstand als nicht-psychoaktiv und löst keinen Rausch aus. Im Unterschied zu THC, das stark an die CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet und dadurch berauschend wirkt, zeigt CBG dieses Bindungsprofil nicht. CBG ist damit in seiner Nicht-Psychoaktivität mit CBD vergleichbar, obwohl sich die beiden Cannabinoide in Struktur und Entstehung voneinander unterscheiden.
Warum nennt man CBG das „Mutter-Cannabinoid”?
Der Begriff bezieht sich auf die Rolle von CBGs Säurevorstufe CBGA (Cannabigerolsäure) in der Biosynthese der Hanfpflanze. CBGA ist der gemeinsame Ausgangsstoff, aus dem Enzyme in der Pflanze die Säureformen der wichtigsten Cannabinoide bilden: THCA, CBDA und CBCA, die nach Decarboxylierung zu THC, CBD und CBC werden. CBGA ist damit der Startpunkt des gesamten Cannabinoid-Synthesewegs.
Wie viel CBG enthält Hanf?
In den meisten reifen Hanfsorten kommt CBG nur in sehr geringen Mengen vor, häufig unter einem Prozent. Das liegt daran, dass das Ausgangsmolekül CBGA im Verlauf des Pflanzenwachstums nahezu vollständig in andere Cannabinoide umgewandelt wird. Um höhere CBG-Gehalte zu erzielen, werden gezielt CBG-reiche Sorten gezüchtet oder Pflanzen früher geerntet, bevor die Umwandlung abgeschlossen ist.
Worin unterscheidet sich CBG von CBD?
Beide Cannabinoide sind nicht-psychoaktiv und kommen natürlich in der Hanfpflanze vor, unterscheiden sich aber in ihrer chemischen Struktur, ihrer Entstehung und ihrem Wirkprofil. CBG ist die entwicklungsgeschichtlich frühere Verbindung und entsteht direkt aus CBGA, während CBD über den Umweg CBDA gebildet wird. In den meisten Sorten liegt CBD in deutlich höheren Konzentrationen vor als CBG.