Myrcen
Kurzdefinition
Myrcen (β-Myrcen) ist ein weit verbreitetes Monoterpen und eines der häufigsten Terpene der Hanfpflanze, das für ein erdig-würziges, leicht moschusartiges Aroma sorgt.
Was ist Myrcen?
Myrcen (β-Myrcen) ist ein weit verbreitetes Monoterpen und eines der häufigsten Terpene der Hanfpflanze, das für ein erdig-würziges, leicht moschusartiges Aroma sorgt. In vielen Cannabis-Chemotypen ist es das mengenmäßig dominierende Terpen und prägt damit den charakteristischen Duft der Blüten.
Chemisch gehört Myrcen zur Gruppe der Monoterpene und ist kein Cannabinoid; es ruft keinen Rausch hervor.
Vorkommen
Myrcen kommt in zahlreichen Pflanzen vor. Besonders bekannt ist sein Vorkommen in Hopfen, weshalb es auch in der Bierherstellung eine Rolle spielt. Daneben findet es sich unter anderem in Mango, Thymian, Lorbeerblättern, Zitronengras und Wacholder. In der Hanfpflanze entsteht es in den Trichomen, den harzbildenden Drüsen der Blüte.
Aroma und sensorisches Profil
Das Aroma von Myrcen wird häufig als erdig, würzig, kräuterartig und leicht moschusartig beschrieben. In höheren Konzentrationen trägt es zu einem schweren, „dumpfen" Duftprofil bei. Als beliebter Aroma- und Geschmacksstoff (Lebensmittelzusatzstoff) wird Myrcen auch außerhalb der Hanfpflanze breit eingesetzt.
Bezug zum Entourage-Effekt
Myrcen wird im Zusammenhang mit dem Entourage-Effekt diskutiert – der Hypothese, dass Cannabinoide, Terpene und weitere Pflanzenstoffe zusammenwirken und sich gegenseitig beeinflussen könnten. Myrcen ist dabei eines der am häufigsten genannten Terpene. Die wissenschaftliche Evidenz für ein solches Zusammenspiel ist jedoch begrenzt und nicht abschließend belegt; gesundheitsbezogene Heilversprechen lassen sich daraus nicht ableiten.
Bedeutung für Produkte
In Vollspektrum-Erzeugnissen bleibt das natürliche Terpenprofil – einschließlich Myrcen – weitgehend erhalten und trägt zum Gesamtcharakter des Extrakts bei. Seriöse Anbieter können das Terpenprofil über eine Laboranalyse (COA) ausweisen.
Quellen & Belege
- PubChem (NIH): Myrcene – Compound Summary (CID 31253) — Chemische und strukturelle Datenbankinformationen zu Myrcen.
- NCBI/PMC (Fachzeitschrift Frontiers in Nutrition): Myrcene—What Are the Potential Health Benefits of This Flavouring and Aroma Agent? — Übersichtsartikel zu Vorkommen, Eigenschaften und Aroma von Myrcen.
- NCBI/PMC (Fachzeitschrift Molecules): Terpenes/Terpenoids in Cannabis: Are They Important? — Analyse der Terpenzusammensetzung von Hanf, einschließlich Myrcen.
Häufige Fragen
Wie riecht Myrcen?
Myrcen hat ein erdig-würziges, leicht moschus- und kräuterartiges Aroma, das viele Hanfsorten charakteristisch prägt. In höheren Konzentrationen wirkt das Duftprofil schwer und dumpf. Myrcen gilt als eines der mengenmässig dominierenden Terpene in zahlreichen Cannabis-Chemotypen und bestimmt damit massgeblich den Grundcharakter des Aromas der Blüten.
Wo kommt Myrcen vor?
Myrcen findet sich neben Hanf unter anderem in Hopfen, Mango, Thymian, Lorbeer und Zitronengras. In der Bierherstellung trägt Myrcen aus dem Hopfen zum Aromacharakter bei. Es ist auch als Lebensmittelaroma zugelassen und wird ausserhalb der Hanfpflanze breit in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie eingesetzt. In Hanf wird es in den Trichomen der Blüten gebildet.
Ist Myrcen psychoaktiv?
Nein. Myrcen ist ein Terpen, kein Cannabinoid, und ruft keinen Rausch hervor. Es hat keine psychoaktiven Eigenschaften im Sinne einer THC-typischen Rauschwirkung und wird nicht als berauschende Substanz eingestuft. Terpene wie Myrcen sind sekundäre Pflanzenstoffe, die das Aroma- und Duftprofil prägen, ohne direkt in das Endocannabinoid-System einzugreifen.
Was hat Myrcen mit dem Entourage-Effekt zu tun?
Myrcen wird als möglicher Begleitstoff im Entourage-Effekt diskutiert, bei dem Cannabinoide, Terpene und weitere Pflanzenstoffe gemeinsam das Gesamtprofil eines Extrakts beeinflussen könnten. Myrcen ist dabei eines der am häufigsten genannten Terpene in diesem Kontext. Belastbare wissenschaftliche Belege für ein synergistisches Zusammenspiel beim Menschen stehen jedoch noch aus, und gesundheitsbezogene Heilversprechen sind nicht zulässig.