Inhalation (Verdampfen)
Kurzdefinition
Die Inhalation bezeichnet das Einatmen verdampfter Wirkstoffe, bei der CBD über die Lunge sehr schnell und mit hoher Bioverfügbarkeit in den Blutkreislauf gelangt.
Was ist die Inhalation?
Die Inhalation (Verdampfen) bezeichnet eine Anwendungsform, bei der ein Wirkstoff erhitzt und der entstehende Dampf eingeatmet wird, sodass der Wirkstoff über die Lunge aufgenommen wird. Bei CBD geschieht dies meist mithilfe von Verdampfern für CBD-Liquids oder Trockenkräuter-Vaporizern für CBD-Blüten. Über die große Oberfläche der Lungenbläschen tritt das CBD nahezu unmittelbar in den Blutkreislauf über.
Warum die Bioverfügbarkeit hoch ist
Beim Einatmen umgeht der Wirkstoff sowohl den Verdauungsweg als auch den First-Pass-Effekt der Leber. Das CBD gelangt direkt von der Lunge ins Blut, ohne zuvor verstoffwechselt zu werden. Dadurch zählt die Inhalation unter den gängigen Methoden zu denjenigen mit der höchsten Bioverfügbarkeit und dem schnellsten Wirkungseintritt. Im Gegenzug ist die Wirkdauer oft kürzer als bei geschluckten Formen.
Einnahmeformen im Vergleich
Die folgende Übersicht ordnet die Inhalation gegenüber anderen Methoden ein:
| Einnahmeform | Bioverfügbarkeit (Richtwert) | Wirkungseintritt | Wirkungsdauer |
|---|---|---|---|
| Inhalation (Verdampfen) | ca. 30 % – 60 % | Sekunden bis Minuten | 2 – 3 Std. |
| Sublingual (Öl) | ca. 12 % – 35 % | 15 – 30 Min. | 4 – 6 Std. |
| Oral (geschluckt) | ca. 4 % – 20 % | 60 – 120 Min. | 6 – 8 Std. |
| Topisch (Haut) | überwiegend lokal | 30 – 45 Min. | variabel |
Die Werte sind allgemeine Richtwerte und können individuell stark schwanken.
Verdampfen versus Rauchen
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Verdampfen und Rauchen:
- Verdampfen: Der Wirkstoff wird unterhalb der Verbrennungstemperatur erhitzt; es entsteht Dampf statt Rauch.
- Rauchen: Pflanzenmaterial wird verbrannt, wodurch zusätzliche Verbrennungsprodukte freigesetzt werden.
Verdampfen vermeidet die Verbrennung, ist aber nicht mit „risikofrei" gleichzusetzen.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Sehr schneller Wirkungseintritt.
- Hohe Bioverfügbarkeit.
- Feindosierung über einzelne Züge möglich.
Nachteile:
- Mögliche Belastung der Atemwege.
- Kürzere Wirkdauer.
- Begrenzte Langzeitdaten zur Sicherheit des Inhalierens.
Sicherheitshinweis
Das Einatmen von Dämpfen kann die Atemwege reizen, und die langfristigen Auswirkungen sind wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Personen mit Atemwegserkrankungen, Schwangere und Stillende sollten besonders vorsichtig sein und im Zweifel ärztlichen Rat einholen. CBD-Produkte sind keine Arzneimittel.
Quellen & Belege
- Frontiers in Pharmacology: A Systematic Review on the Pharmacokinetics of Cannabidiol in Humans (Millar et al., 2018) — Daten zur Bioverfügbarkeit inhalierter Cannabinoide (Rauchen ca. 31 %).
- Chemistry & Biodiversity: Human Cannabinoid Pharmacokinetics (Huestis, 2007) — Grundlagen zur pulmonalen Wirkstoffaufnahme und zum schnellen Wirkungseintritt über die Lunge.
- Harm Reduction Journal: Decreased respiratory symptoms in cannabis users who vaporize (Earleywine & Barnwell, 2007) — Untersuchung zum Unterschied zwischen Verdampfen und Rauchen sowie zu Atemwegssymptomen.
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt inhaliertes CBD?
Sehr schnell. Über die Lunge gelangt CBD innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten in den Blutkreislauf, da der Wirkstoff die große Oberfläche der Lungenbläschen nutzt und dabei den First-Pass-Effekt der Leber umgeht. Dies macht die Inhalation zur schnellsten der gängigen Einnahmeformen, allerdings ist die Wirkdauer im Vergleich zu oralen Methoden in der Regel kürzer.
Hat Inhalation die höchste Bioverfügbarkeit?
Unter den gängigen Einnahmeformen gilt die Inhalation in der Regel als diejenige mit der höchsten Bioverfügbarkeit. Da der Wirkstoff direkt von der Lunge ins Blut übergeht und weder die Verdauung noch den Leberstoffwechsel passiert, erreicht ein größerer Anteil des eingenommenen CBD den Kreislauf. Übliche Richtwerte liegen je nach Studie zwischen etwa 30 und 60 Prozent, können aber individuell stark schwanken.
Ist Verdampfen dasselbe wie Rauchen?
Nein. Beim Verdampfen wird der Wirkstoff auf eine Temperatur unterhalb der Verbrennungstemperatur erhitzt, sodass Dampf statt Rauch entsteht. Beim Rauchen verbrennt das Pflanzenmaterial, wobei zusätzliche Verbrennungsprodukte freigesetzt werden. Verdampfen vermeidet diese Verbrennung, ist jedoch nicht mit Risiko-Freiheit gleichzusetzen, da auch das Einatmen von Dampf die Atemwege belasten kann.
Welche Risiken bestehen bei der Inhalation?
Das Einatmen von Dampf kann die Atemwege reizen und belasten. Die langfristige wissenschaftliche Datenlage zur Sicherheit des Inhalierens von CBD-Produkten ist begrenzt, weshalb hier besondere Vorsicht angebracht ist. Personen mit Atemwegserkrankungen, Schwangere und Stillende sollten auf diese Einnahmeform verzichten und im Zweifel ärztlichen Rat einholen. CBD-Produkte sind keine Arzneimittel.